Raparaturen Audi
Audi 80 1.8 S Quattro Zahnriemen wechseln / Zahnriemenwechsel
Der Audi 80 B3 mit 1.8 Liter Maschine (JN) hat 66KW / 90PS. Die Wasserpumpe wird hier nicht mit über den Zahnriemen angetrieben und der Wechsel entfällt somit beim Zahnriemenwechsel.
Als erstes ist nach dem anheben des Fahrzeuges der Unterfahrschutz zu entfernen. Dieser ist mittig mit Schrauben und seitlich links und rechts mit Plastikmuttern und einem Plastikclip befestigt. Nach dem entfernen der Schrauben kann man den Unterfahrschutz nach hinten aus der Stoßstange ziehen.
Nun entfernt man den oberen Zahnriemenschutz vom Motor. Dieser ist mit zwei 10er Muttern von oben am Zylinderkopf befestigt. Vorne unten ist noch eine Mutter, welche sich mit einem geeigneten Imbusschlüssel entfernen lässt. Jetzt kann der Zahnriemenschutz vorsichtig nach oben abgenommen werden.
Als nächstes löst man die obere 13er Schraube von der Lichtmaschine und anschließend die Imbusschraube, welche innerhalb des Zahnriemens sitzt und die Lichtmaschine von unten hält. Nun kann man den Keilriemen über die Lichtmaschine entspannen und den Keilriemen abnehmen.
Jetzt wird die Riemenschreibe von der Wasserpumpe abgenommen. Diese ist mit drei Imbusschrauben befestigt. Die Riemenscheibe muss mit geeigneten Mitteln festgehalten werden, um die Schrauben öffnen zu können. Danach wird die Scheibe abgenommen und zusammen mit den Schrauben abgelegt.
Dieses Modell hat keine Servolenkung. Somit entfällt das eventuelle entfernen weiterer Teile hierzu.
Die Riemenscheibe der Kurbelwelle ist mit vier Imbusschrauben befestigt. Diese werden ebenfalls gelöst und die Scheibe entfernt.
Nun muss die Steuerzeit des Motors auf OT (Oberer Totpunkt) gestellt werden. Hierzu gibt es verschiedene Pläne, die teilweise aber leider nicht stimmen. Bei diesem Modell habe ich zuerst an der Riemenscheibe der Kurbelwelle den Bezugspunkt gesucht. (Eine kleine Vertiefung auf der hinteren Seite der Scheibe von oben sichtbar) Mit einer 19er Nuss und einer Ratsche dreht man in Motordrehrichtung (Nach rechts an der Kurbelwelle!) und schaut dabei von oben auf die Riemenscheibe der Kurbelwelle. Wenn die Markierung auftaucht stellt man diese direkt auf die Markierung auf dem Zahnriemenschutz. (Kerbe auf dem Zahnriemenschutz und fluchtet dann mit der Markierung auf der Riemenscheibe) Jetzt nimmt man die Zündverteilerkappe ab und hebt die Abdeckung unter dem Verteilerfinger ein Stück hoch. Nun muss der Finger in Richtung einer eingestanzten Markierung zeigen. Wenn ja, steht die Zündung auf dem ersten Zylinder und ist somit korrekt. Das Nockenwellenrad hat vorne einen Markierungspunkt, der nach einigen Plänen irgendwo fluchten soll. Bei diesem Motor muss man aber von hinten aufs Nockenwellenrad sehen und dort sieht man eine Kerbe, die am Zylinderkopf fluchtet. Das ist dann korrekt.
Nachdem die Steuerzeiten eingestellt sind, markiere ich den Zahnriemen mehrfach mit den Zahnrädern der Nockenwelle, Kurbelwelle, und der Zündung. Dazu nehme ich eine Lackstift und markiere z.B. am Nockenwellenrad einen hochstehenden Zahn und direkt durchgängig darüber den Zahnriemen. Das führe ich an jedem Zahnrad mindestens zweimal durch. So kann ich auf jedem Rad die exakte Position des Zahnriemens sehen. Mit einem 13er Schlüssel löse ich die Mutter an der Spannrolle und entspanne diese mit einem geeigneten Werkzeug gegen den Uhrzeigersinn. (Sie hat zwei Löcher zum spannen) Nun kann ich den Zahnriemen vorsichtig von den Zahnrädern schieben und abnehmen. Die Rolle nehme ich auch gleich ab. Den alten Zahnriemen lege ich auf den Neuen und übertrage alle Markierungen auf den neuen Riemen. Dabei wird auch die Anzahl der Zähne verglichen. (Muss stimmen, sonst Motorschaden) Jetzt wird die neue Spannrolle aufgesetzt und der Zahnriemen mit den Markierungen exakt wieder auf die Zahnräder aufgesetzt. Die Spannrolle wird im Uhrzeigersinn gespannt, so das sich der Zahnriemen an der längsten Stelle noch um 90 Grad verdrehen lässt. Mutter festziehen nicht vergessen. (Laut Plan 45 NM ohne Gewähr auf Richtigkeit) Wenn alle Markierungen übereinstimmen wird der Motor zweimal in Drehrichtung durchgedreht und die Riemenspannung nochmals kontrolliert.
Jetzt wird alles in umgekehrter Reihenfolge zusammengebaut. Nun sollte der Motor wie gewohnt laufen.
Ich setzte bei jedem Zahnriemenwechsel Markierungen auf dem Riemen und den Zahnrädern. So kann der korrekte Einbau geprüft werden und Fehler werden vermieden. Gerade das Zündungsrad verdreht sich gerne mal und der Wagen läuft nicht. Wenn irgendwo ein Zahn verdreht ist, haben selbst Profis teilweise Probleme, die korrekte Einstellung zu finden, da die Standardmarkierungen nicht immer schlüssig sind.
Ohne Fachkenntnis ist der Zahnriemenwechsel jedenfalls nicht zu empfehlen.
Dieser Beitrag stammt von der Autoinsel in Lindau, dem Ankauf und Verkauf von Autos am Bodensee.
(Der Artikel ist keine Reparaturanleitung, sondern ein Erfahrungsbericht und somit nicht zum nachmachen geeignet. Andernfalls handelt man auf eigene Gefahr, wie unter ”Impressum” lesen ist!)